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Mit Erleichterung beobachtete Hariphor, wie der Hüter des Lichtes auf ihre Gruppe zukam. Obwohl er beim ersten Zusammentreffen mit diesem vor rund einem Monat ebenfalls den Eindruck hatte, dass dieser sie von oben herab behandelte, hatte er doch nie solch eine Geringschätzung ihnen gegenüber gezeigt, wie jener Vykati, den dieser als seinen Freund bezeichnete.
Daher wandte sich Hariphor auch an den Hüter des Lichtes mit seiner Frage: „Gehe ich recht in der Annahme, dass Ihr den jungen Mann mit einem Gravitationszauber an den Boden gebunden hattet?“
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Mit Erleichterung sah Hariphor den Hüter des Lichtes auf ihre Gruppe zukommen.
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Der Hüter des Lichtes nickte und erklärte in seiner ruhigen Art: „Es war unumgänglich.“
Unglaublich!, dachte Hariphor ehrfürchtig. Die Vykati verfügten wohl nicht nur gerüchteweise über eine große magische Macht.
Umso erstaunlicher empfand er es, dass sie nicht in der Lage waren, die Magieart eines im Boden befindlichen Artefaktes zu bestimmen. Es müsste für die Vykati doch ein Leichtes sein, Magiearten über Entfernungen hinweg zu analysieren, wenn sie schon die Anziehungskraft manipulieren konnten. Da er hier einen Widerspruch zu erkennen glaubte, fragte er gezielt nach: „Ihr könnt tatsächlich die Gravitation beherrschen?“
Doch dieses Mal schüttelte der Hüter des Lichtes den Kopf und meinte: „Wir können sie nur punktuell verstärken oder abmildern.“
Da mischte sich der Schwarzhaarige in die Unterhaltung ein und ergänzte abfällig: „Wir können nicht fliegen.“
Hariphor würdigte ihn keines Blickes und reagierte auch nicht auf dessen unsachlichen Einwurf. Dass der Schwarzhaarige nicht viel von den Waldgeistern hielt, hatte er ja inzwischen zu Genüge gezeigt.
Allerdings meinte Hariphor im Blick des Lichthüters eine leichte Irritation wahrzunehmen, als dieser seinen Freund anblickte.
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Hariphor vernahm wütend, wie der schwarzhaarige Vykati abfällig den magischen Sensor erwähnte.
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Daraufhin fuhr der Schwarzhaarige mit sarkastischem Unterton fort: „Wusstest du, dass Waldgeister glauben, die Magiearten von im Boden vergrabenen Artefakten bestimmen zu können? Sie nutzen dafür eine eingefärbte Holzscheibe.“
Eine eingefärbte Holzscheibe? Hariphor spürte, wie sich erneut Empörung in ihm regte. Das musste sich in den Ohren des Lichthüters wie ein vorsätzlicher Betrug anhören.
Somit schob der Waldgeist nach: „Vykati haben keinen Zugang zur Funktionsweise des magischen Sensors. Daher hält Euer Freund diesen vermutlich für einen Schwindel.“
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Der Schwarzhaarige verdrehte geringschätzig die Augen und meinte herablassend: „Sie haben mir zeigen wollen, dass sie in der Lage sind, Heilungsmagie und Naturmagie nachzuweisen, aber an der allumfassenden Magie sind sie gescheitert. Na sowas!“
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Aufgebracht blickte Hariphor diesen hochnäsigen Vykati an.
Doch bevor der Hüter des Lichtes oder er selbst auf diese abfällige Bemerkung reagieren konnten, warf Vanakara ohne erkennbaren Zusmmenhang die misstrauische Frage ein: „Hat Euer Gravitationszauber den jungen Vykati in diesen apathischen Zustand versetzt?“
Sie schien von der Unterhaltung der Männer nicht viel mitbekommen, sondern ihren eigenen Gedanken nachgehangen zu haben, ging es Hariphor durch den Kopf.
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Hariphor blickte den schwarzhaarigen Vykati aufgebracht an.
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Der Schwarzhaarige erbleichte sichtlich, während der Hüter des Lichtes sich sofort zu rechtfertigen versuchte.
„Nein“, antwortete jener. „Die Wirkung der Sternenblumen war durch die magische Instabilität extrem verstärkt worden. Sie trafen den jungen Vykati vollkommen unvorbereitet. Sein Geist war bereits verloren, bevor wir hier eintrafen. Der Gravitationszauber hatte keinen Einfluss mehr auf ihn.“
Wie konnte er denn so etwas wissen?, überlegte Hariphor irritiert. Die Vykati waren nicht in der Lage, die Magieart eines im Boden vergrabenen Artefaktes zu bestimmen, aber wollten durch Beobachtung Kenntnis darüber haben, wie es um den geistigen Zustand eines Angehörigen ihres Volkes bestellt war?
Im ersten Moment war Hariphor versucht, die Aussage des Hüters als Verteidigung seines eigenen Handelns einzustufen, doch dann erinnerte er sich daran, dass dessen Freund den Zauber gelöst hatte. Also war es vermutlich jener gewesen, der ihn gewirkt hatte. Indem der Hüter mit dieser ausführlichen Antwort die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, versuchte er wohl, seinen Freund zu schützen ohne ihn als Täter zu offenbaren.
Hariphor runzelte leicht die Stirn.
Oder − ging es ihm schlagartig durch den Kopf − war diese Antwort gar nicht für die Waldgeister bestimmt gewesen, sondern in erster Linie für den Schwarzhaarigen? Dessen Gesicht war unnatürlich starr geworden.
Vielleicht, kam es Hariphor in den Sinn, war es gar nicht die Arroganz gewesen, die während der Abwesenheit des Lichthüters aus diesem gesprochen hatte. Vielleicht war es etwas anderes.
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Hariphor hörte, wie der Hüter des Lichtes Vanakara nach dem magischen Sensor fragte.
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Unvermittelt meinte der Hüter: „Mein Freund erwähnte gerade, dass Ihr mit diesem Instrument die Magieart bestimmen könnt?“ Dabei nickte er in Richtung des magischen Sensors.
Es klang weniger herablassend und skeptisch als bei dem Schwarzhaarigen. Und obwohl der Hüter ohnehin mit weniger Emotionen in der Stimme sprach als sein Freund, wirkte er dennoch eher interessiert als ablehnend.
Hariphor blickte Vanakara aufmunternd an. Vielleicht würde der Hüter ja ihre Kompetenz auf diesem Gebiet anerkennen.
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Etwas zögernd antwortete sie: „Darf ich es Euch vorführen?“
Der Hüter des Lichtes neigte zustimmend den Kopf.
Also nahm Vanakara ihre übliche Stellung ein, und erklärte, wie sie den Resonanzkreis herstellte und die magischen Schwingungen zu erfassen suchte. Als sie verstummte und sich − wie Hariphor wusste − nun auf die heilbringenden Vibrationen der Heilungsmagie konzentrierte, nahmen die Farbfelder die leuchtend türkise Färbung an, die sie stets bei vorhandener Heilungsmagie aufwiesen.
Zwar ließ auch der Hüter des Lichtes, wie vorher der Schwarzhaarige, keine erkennbare Mimik zu, die auf seine Gedanken schließen ließ. Dennoch reagierte der Hüter anders als sein Freund. Während letzterer herablassend nach weiteren Magiearten gefragt hatte, meinte der Hüter in aufgeschlossener Weise: „Ihr spracht bei unserem ersten Aufeinandertreffen auch von Naturmagie, die hier vorherrschen soll. Könnt Ihr mir diese auch anhand des Sensors zeigen?“
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Vanakara nickte − und kurze Zeit später leuchtete der Sensor in dunklem Grün auf.
Während der Hüter des Lichtes nach wie vor keine Gefühlsregung erkennen ließ, brach es jedoch sarkastisch aus dem Schwarzhaarigen in Richtung seines Freundes heraus: „Du kannst ja mal versuchen, ob dieser angebliche Sensor auch bei dir funktioniert.“
Da der Angesprochene nicht antwortete, schob er im gleichen bissigen Ton nach: „Vielleicht reagiert er auf dich. Du scheinst ihm ja mehr Vertrauen entgegenzubringen als ich.“
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Hariphor bemerkte, dass der Hüter des Lichtes dem magischen Sensor aufgeschlossener gegenüberstand als der schwarzhaarige Vykati.
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Der Hüter des Lichtes blickte den Schwarzhaarigen weiterhin schweigend an, und Harphor spürte, wie sich zwischen den beiden Freunden eine unsichtbare Mauer aufbaute, eine Mauer des Nichtverstehens.
Hariphor hatte den Eindruck, dass sich der Hüter des Lichtes intensiv bemühte, den Schwarzhaarigen auf andere Gedanken zu bringen, doch irgendwas hinderte diesen daran, darauf einzugehen. Dass jener nun auch auf seinen Freund mit der gleichen Arroganz reagierte wie auf die Waldgeister schien darauf hinzudeuten, dass er mit einem inneren Problem zu kämpfen hatte, das Hariphor zuvor nicht erkannt hatte.
Mitten in seinen Gedankengang platzte Vanakaras Angebot: „Bitte, versucht es. Vielleicht gelingt es Euch als Hüter des Lichtes tatsächlich, die magischen Schwingungen mit dem Sensor einzufangen.“ Sie hielt dem Hüter freundlich lächelnd den Sensor entgegen.
Während der Schwarzhaarige abfällig schnaubte, nahm der Hüter die Holzscheibe zögernd entgegen. Dann atmete er einmal tief durch, schloss die Augen und suchte sich einen festen Stand. Kurze Zeit später begannen die Farbflächen die Farbe zu wechseln.
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Hariphor beobachtete fasziniert, wie der Sensor auf den Hüter des Lichtes reagierte.
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Hariphor beobachtete dies mit Faszination. Also hatte Vanakara wieder einmal die richtige Intuition gehabt, als sie den Hüter bat, das Gerät zu testen. Niemals hätte sie ihn mit einem Scheitern bloßgestellt. Vermutlich hatte sie geahnt, dass der Sensor bei ihm anschlagen würde. Sie hatte einfach ein Gespür für solche unterschwelligen Ahnungen, dachte er bewundernd.
Begeistert forderte Hariphor den Hüter des Lichtes nun auf: „Könnt Ihr auch die Naturmagie erspüren?“
Der Hüter des Lichtes zuckte zunächst mit den Schultern, nahm dann aber erneut die Stellung ein, die er zuvor eingenommen hatte.
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Allerdings reagierte dieses Mal der Sensor nicht. Es gelang ihm nicht, die Natumagie anzuzeigen. Warum nicht?, überlegte er. Der Hüter war doch in der Lage, sich mit der Natur zu verbinden. Sonst hätte der magische Sensor beim ersten Mal nichts angezeigt.
Noch während er über die Gründe des Scheiterns nachdachte, hörte er den Schwarzhaarigen mit angespannter Stimme sagen: „Kannst du mal versuchen, ob du die allumfassende Magie hier erspüren kannst, die mir der Magieresonanzmesser angezeigt hat?“
Wieso, dachte Hariphor, glaubte dieser, der Hüter würde ihm diese seltsame Art der Magie vorführen können, wenn er nicht einmal in der Lage war, die Naturmagie festzustellen?
Doch der Hüter des Lichts nickte kurz und begann erneut, sich zu konzentrieren.
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Entgeistert beobachtete Hariphor, wie der Kristall auf dem Sensor zu glühen begann und jedes Feld langsam eine andere Farbe annahm. Während er noch fassungslos den Kristall anstarrte, sandte dieser mit einem Mal einen hellen Strahl ab und die Felder auf dem Sensor erglühten in leuchtenden Farben. Verwirrt starrte Hariphor den Sensor an. Was passierte hier gerade?
Vanakara hatte doch gesagt, dass diese Magie hier nicht vorlag. Warum gelang dem Hüter des Lichtes die Magie nachzuweisen, die Vanakara vergeblich gesucht hatte? Strahlte der Kristall die Lichtmagie des Hüters wider? Stand dieser vielleicht in direkter Verbindung mit dieser allumfassenden Magie?
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Fassungslos nahm Hariphor wahr, wie der Kristall im magischen Sensor zu strahlen begann.
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Er betrachtete den Hüter des Lichtes mit neuer Aufmerksamkeit. Dieser schien sich seiner Wirkung nicht bewusst zu sein.
Doch Hariphor hatte den starken Verdacht, dass in ihm eine magische Kraft wirkte, die die aller anderen Wesen Vanavistarias übertraf, auch wenn er selbst davon offenbar nichts ahnte.
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Hariphor vermutete, dass der Hüter des Lichtes über eine mächtige Magie verfügte, von dem dieser selbst nichts ahnte.
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Tarodastrus' Perspektive
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Aus der Sicht der Waldgeistfrau
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Sadothus' Perspektive
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Aus der Sicht des Waldgeistmannes
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