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Nachdem Hariphor zu Vanakara zurückgekehrt war, hatte er Kagius für seine Dienste gedankt und ihm erklärt: „Es kommt jetzt alles wieder in Ordnung. Im Jada-Schrein arbeiten zwei Vykati an der Herstellung der Harmonie im Wald.“
Kagius hatte nur genickt und war von dannen geflogen. Vermutlich war er heilfroh, aus dieser noch immer unstet sich bewegenden Gegend fliehen zu können.
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Hariphor hatte sich daraufhin auf einen der zu diesem Zeitpunkt noch immer springenden moosbewachsenen Felsen gesetzt und bei Vanakara Wache gehalten. Dabei hatte er beobachtet, wie das Flirren nach und nach weniger wurde, bis es sich schließlich ganz legte.
Endlich begann sich Vanakara zu regen. Die Augen flackerten zunächst, dann öffnete sie diese allmählich. Hariphor atmete erleichtert auf. Er hatte gehofft, dass ihr Zustand mit der flirrenden Luft zusammenhing, und war froh, dass er sich nicht geirrt hatte.
„Geht es dir jetzt etwas besser?“, fragte er behutsam.
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Hariphor hatte sich zu Vanakara gesetzt und beobachtet, wie das Flirren der Luft nach und nach abnahm.
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Ihr Blick suchte ihn, dann lächelte sie ihn erschöpft an. Anschließend betrachtete sie die Umgebung. „Was ist passiert?“, murmelte sie leise.
Es drängte ihn, ihr von dem Hüter des Lichtes zu erzählen, aber er hielt sich zurück. Zunächst sollte Vanakara erst wieder ganz bei sich sein.
Daher erklärte er lediglich: „Der vykatianische Kartograph und ein Bekannter von ihm haben alles wieder in Ordnung gebracht.“
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Hariphor erklärte, dass der vykatianische Kartograph und ein Bekannter von ihm alles wieder in Ordnung gebracht hätten.
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Vanakara nickte langsam. Hariphor vermutete, dass sie noch nicht ganz bei sich war. Er ließ ihr jedoch die Zeit, die sie benötigte. Entscheidend war nur, dass sie wieder ganz gesund wurde. Alles andere war nebensächlich.
Schließlich brach es aus ihr heraus: „Der vykatianische Kartograph? Der ist wieder hier?“
Hariphor nickte. Es zog ihn zwar zurück zum Jada-Schrein, um mit dem Hüter des Lichtes zu reden − jetzt, wo die Gefahr gebannt war, ließ sich dieser vielleicht auf ein Gespräch ein −, aber Vanakara war wichtiger.
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„Wenn du dich wieder imstande siehst zu laufen, dann werden wir zur Lichtung gehen“, meinte er. „Die beiden Vykati sind mit Sicherheit noch vor Ort. Sie hätten auf ihrem Weg zurück hier vorbeikommen müssen.“
Vanakara schien nachzudenken, nickte dann und rappelte sich auf. Hariphor reichte ihr sofort eine Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen.
Zunächst schwankte sie etwas, doch dann setzte sie tapfer einen Fuß vor den anderen. Hariphor bewunderte ihre Selbstdisziplin. Sie musste sehr erschöpft sein, dachte er, und dennoch ließ sie sich nicht davon abhalten, sofort aufzubrechen.
Er beobachtete sie besorgt. Hoffentlich mutete sie sich nicht zu viel zu. Als sie seinen Blick bemerkte, lächelte sie ihn an und meinte: „Es geht mir gut.“
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Ich hoffe es, dachte Hariphor, doch ihre langsamen Schritte schienen etwas anderes auszusagen.
Nach einer Weile meinte er und beobachtete ihre Reaktion genau: „Der vykatianische Kartograph, den du damals zum Jada-Schrein geführt hast, ist der Hüter des Lichtes.“
Unverrichteter Dinge blieb Vanakara stehen und blickte ihn mit großen Augen an. Sie sprach nicht, doch schließlich nickte sie nachdenklich mit dem Kopf und lief weiter.
Hariphor hätte gerne gewusst, was ihr durch den Kopf ging, aber er wollte nicht neugierig erscheinen.
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Hariphor erzählte, dass der vykatianische Kartograph der Hüter des Lichtes war.
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Schließlich erreichten sie den Jada-Schrein. Da die Luft nun nicht mehr flirrte, konnte er einen ungehinderten Blick auf diesen werfen und erschrak darüber, wie verheerend alles aussah. Er hatte die Löcher zwar auch schon während der magischen Instabilität bemerkt, doch war er zu jenem Zeitpunkt wohl außerstande, die ganze Tragweite zu erfassen. Nun aber sah er das Chaos.
Wie beim ersten Zusammentreffen mit dem Hüter des Lichtes vor über einem Monat war dieser nur aufgestanden und wartete darauf, dass Vanakara und Hariphor ihn erreichten. Doch dieses Mal ärgerte sich der Waldgeist nicht darüber. Schließlich war das der Hüter des Lichtes − und so ein berühmter Vykati konnte durchaus erwarten, dass die Wesen zu ihm kamen und er ihnen nicht entgegen gehen musste.
Missbilligend nahm Hariphor jedoch zur Kenntnis, dass der schwarzhaarige Vykati sich nicht auch respektvoll erhob, um sie zu begrüßen, obwohl er ihn doch schon kannte und mit ihm sogar Worte gewechselt hatte. Darüber hinaus bedachte dieser Vanakara mit einem Blick, der mehr als unhöflich war. Warum verhielt er sich jetzt plötzlich so anders als während der magischen Instabilität?
Während Hariphor mit gerunzelter Stirn noch über die Gründe nachdachte, hörte er Vanakara mit einem Mal entsetzt keuchen: „Was ist hier passiert?“ Unmittelbar darauf stöhnte sie erschrocken auf. Hariphor blickte sie an und erkannte, dass sie den Riss in der Jada-Eiche anstarrte.
„Das war Euer Gefährte“, erklärte der Schwarzhaarige in einem merkwürdig herablassenden Tonfall, der Hariphor überraschte. Das Verhalten des Schwarzhaarigen hatte sich entschieden geändert. Mit der gleichen verächtlichen Stimme fuhr der Vykati fort: „Er war so unvorsichtig, einen Zauber zu sprechen, der sich direkt in der Jada-Eiche niederschlug.“
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Hariphor schämte sich für seinen Fehler und spürte Vanakaras Blick auf sich ruhen.
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Hariphor spürte sofort Vanakaras anklagenden Blick auf sich ruhen und fühlte, wie ihm vor Scham die Röte ins Gesicht stieg. Gerne hätte er es ihr selbst gestanden, doch war ihm dieser Vorfall tatsächlich bei der ganzen Aufregung entfallen. Er konnte sie nicht ansehen.
„Ich habe einen Korvum-Raben herbeigerufen“, murmelte er entschuldigend. „Ich wollte dich nicht allein lassen und musste doch wissen, was hier vor sich ging.“
Was mochte sie nur jetzt von ihm denken, dem Hüter, der den Jada-Schrein zerstört hatte? Er blickte betroffen zu Boden.
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Da spürte er ihre Hand, die die seine ergriff, und hörte sie mit sanfter Stimme sagen: „Es ist ja nur ein Riss, Hariphor. Die mächtige Heilungsmagie des Artefakts wird es schon wieder richten.“
Er traute seinen Ohren nicht. Kein Vorwurf? Keine Anklage? Vorsichtig hob er den Blick und sah sie milde lächeln. Dankbar verzog er sein Gesicht ebenfalls zu einem zaghaften Lächeln.
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In diesem Moment sprach ihn der Hüter des Lichtes an: „Ich werde einen Gesetzeswächter holen müssen, um den jungen Vykati in unser Gebiet zurückbringen zu lassen. In dieser Zeit bitte ich Euch, gemeinsam mit meinem Freund ein Auge auf ihn zu haben. Sein Zustand ist instabil, und ich möchte nicht, dass er unbeaufsichtigt bleibt oder dem Jada-Schrein erneut schadet.“
Hariphor blickte Vanakara an. Könnte er es ihr zumuten? Die unerwartete Verhaltensänderung des Schwarzhaarigen und die seltsamen Blicke, mit denen er die Waldgeistfrau bedachte, irritierten ihn. Die Vorstellung, mit diesem auf die Rückkehr des Hüters des Lichtes warten zu müssen, behagte ihm nicht.
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Der Hüter des Lichtes bat Hariphor und Vanakara, zusammen mit seinem Freund auf den jungen Vykati acht zu geben.
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Zudem hatte sich der junge Vykati im Jada-Schrein, seit Hariphor zu Vanakara zurückgekehrt war, nicht großartig bewegt. Er machte keineswegs den Eindruck, dass er besonders gefährlich sei. Es musste etwas anderes hinter der Bitte stecken, doch was?
Immerhin war es der Hüter des Lichtes, der dieses Gesuch gestellt hatte − und zwar auf eine überaus höfliche Art. Stand es ihm da, als einfachem Waldhüter, überhaupt zu, diese zu hinterfragen?
Auch hatte Hariphor beobachtet, wie sich sowohl der Hüter des Lichtes als auch der eigenartige Vykati tatkräftig für die Stabilisierung der Magie und somit für die Rettung des Jada-Schreins eingesetzt hatten. Sämtliche Löcher waren von diesen beiden zugeschüttet worden, die der dritte Vykati gegraben hatte. Außerdem war es der Schwarzhaarige gewesen, der Hariphor gewarnt hatte, einen weiteren, unbedachten Zauber zu sprechen, damit nicht noch mehr Schaden angerichtet würde.
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Hariphor musste vor sich selbst eingestehen, dass er tatsächlich durch Unvorsichtigkeit den Riss in der Jada-Eiche verursacht hatte.
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Und letztendlich musste Hariphor zugeben, auch wenn die herablassende Bemerkung des schwarzhaarigen Vykati ihn getroffen hatte, so ganz unrecht hatte er nicht. Denn Hariphor war in der Tat unvorsichtig gewesen, als er den Korvum-Raben rief.
Während er so über die Bitte des Lichthüters nachsann und dabei Vanakara betrachtete, fiel ihm auf, wie ermattet sie wirkte. Es würde ihr sicherlich nicht schaden, eine gewisse Zeit im Jada-Schrein zu verbringen und von der Heilungsmagie des Artefaktes zu profitieren.
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Schließlich rang er sich zu einem Nicken durch und entgegnete, während er weiterhin die Waldgeistfrau anblickte: „Wenn Vanakara einverstanden ist, werden wir Eurer Bitte nachkommen. Allerdings geht ihre Gesundheit vor. Sollte sie sich lieber zurückziehen wollen, werde ich sie begleiten.“
Vanakaras Blick drückte für einen kurzen Moment Irritation aus, doch dann neigete sie ebenfalls zustimmend den Kopf. Interessiert wandte sie sich an den Kartographen: „Hariphor erzählte, Ihr seid der Hüter des Lichtes?“
Der Waldgeist konnte beobachten, wie der Angesprochene ein wenig zu zögern schien, dies aber dann mit einer knappen Kopfbewegung bestätigte. Erneut wurde ihm ins Bewusstsein gerufen, dass der berühmteste Vykati Vanavistarias hier in ihrem Wald war, und er fühlte sich besonders geehrt.
Vanakara hingegen schien ganz gelassen zu bleiben. Sie erkundigte sich lediglich: „Warum habt Ihr dies bei unserem ersten Zusammentreffen nicht erwähnt?“
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Während Hariphor noch darüber nachsann, ob das Verhalten Vanakaras dem Hüter des Lichtes gegenüber angemessen war, antwortete plötzlich der Schwarzhaarige: „Diese Information gibt er nie freiwillig preis.“
Irritiert schaute er den Sprecher an. Was sollte das heißen? Wollte der Hüter des Lichtes diese Auskunft etwa geheim halten? Warum? Es war doch für jedes Wesen Vanavistarias eine große Auszeichnung mit dem legendärsten Vykati des Landes zusammentreffen zu dürfen. Also warum sollte er diese Information verschweigen wollen?
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Hariphor beobachtete,wie gelassen Vanakara mit dem Hüter des Lichtes sprach.
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Nachdenklich betrachtete er den Vykati, den er als einfachen Kartographen kennengelernt hatte. Von der Aufmachung her unterschied er sich nicht großartig von dem Schwarzhaarigen. Er trug keine kostbare Kleidung oder ein Schmuckstück, das ihn als außergewöhnlich kennzeichnete. Insgesamt wirkte er recht unauffällig − und wenn ihm der Schwarzhaarige nicht den Namen des Kartographen genannt hätte, wäre Hariphor von alleine nie darauf gekommen, dass dies der berühmte Hüter des Lichtes sein könnte.
Erneut stieg ein Gefühl von Ehrerbietung in ihm auf, als er erkannte, dass der Hüter des Lichtes trotz seiner Berühmtheit ein sehr bescheidenes Wesen sein musste.
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Hariphor erkannte, dass der Hüter des Lichtes ein sehr bescheidenes Wesen sein musste.
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Tarodastrus' Perspektive
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Aus der Sicht der Waldgeistfrau
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Sadothus' Perspektive
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Aus der Sicht des Waldgeistmannes
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