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Sadothus hatte neue Hinweise auf die kosmischen Energiepylone gefunden.
In einem alten Pergament war er auf eine Beschreibung gestoßen, die sich offenbar auf dieses mächtige Artefakt bezog und es wieder mit dem Gebiet der Steppengeister in Verbindung brachte. Daher hatte er erneut sämtliche Karten zur Hand genommen.
Er war gerade damit beschäftigt, die neuen Informationen mit seinen alten Aufzeichnungen abzugleichen, als er plötzlich schwere Schritte auf dem Flur vor seiner Studierstube hörte.
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Sadothus hatte neue Hinweise auf die kosmische Energiepylone gefunden.
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Er blickte verwundert auf und erkannte zu seiner Überraschung Tarodastrus, der im Türrahmen erschien und ein wenig abgehetzt wirkte.
„Nanu?“, fragt er verwundert. „Du kommst ja reingestürmt, als sei eine Horde Frauen hinter dir her.“ Er lachte leise über seinen eigenen Scherz.
Doch als Tarodastrus in seiner knappen Art erklärte: „Magische Instabilität. Im Silberwindhain“, erstarb das Lachen sofort und für einen Moment setzte sein Herz aus.
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Sadothus sah vor seinem inneren Auge erneut den Kollegen, wie dieser ein mächtiges magisches Artefakt berührte, bevor er in das Reich der Schatten verschwand.
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Vor seinem inneren Auge erschien sein ehemaliger Kollege, der die Hand nach einem magischen Artefakt ausstreckte. Er hörte im Kopf das höhnische Lachen: „Schattenreich? Elfenspuk!“ Erneut sah er den grellen Blitz, als der Kollege das Artefakt berührte, beobachtete, wie dieser immer undeutlicher wurde, sich vor seinen Augen auflöste, die Stimme immer leiser wurde, bis er schließlich nur noch einen Windhauch und einen Nebel wahrnahm.
Sadothus hatte Monate benötigt, über dieses Erlebnis hinwegzukommen, hatte sogar überlegt, den Beruf zu wechseln, obwohl er von Kindesbeinen an nichts lieber tat als nach versteckten Artefakten zu suchen.
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Tarodastrus hatte ihm während dieser Zeit zur Seite gestanden, hatte ihm immer wieder versichert, dass ihm so etwas niemals passieren würde, da er ein umsichtiger Archäologe war.
„Aber was wäre“, hatte Sadothus damals nervös gefragt, „wenn ich versehentlich mit einem solchen Artefakt in Berührung komme? Wenn ich die Gefahr vollkommen unterschätze?“
Tarodastrus hatte ihm damals beruhigend die Hand auf den Arm gelegt und erklärt: „Ich werde dich schützen. Schick mich zu den unsicheren Ausgrabungsorten. Ich werde sie für dich genau vermessen. Es wird dir nichts passieren!“
Nur langsam hatte Sadothus seine Sicherheit wiedergefunden − stets unterstützt von Tarodastrus. Seither hatte dieser für ihn alle Orte untersucht, bei denen Sadothus ein mulmiges Gefühl hatte.
Und nun kam die magische Instabilität von sich aus zu ihm − ohne dass er überhaupt aktiv geworden wäre. Was sollte er tun?
Da drangen Tarodastrus' Worte in sein Bewusstsein: „Sadothus, ich brauche dein Wissen! Ohne deine Einschätzung kann ich nicht handeln!“
Sadothus riss sich zusammen. Sein Freund benötigte seine Unterstützung.
„Es ist nicht so einfach, zu entscheiden, was man tun muss. Es kommt auf die Umstände an“, sagte er und konnte nicht verhindern, dass seine Stimme zitterte. Mit Anstrengung zwang er seinen Geist weg von der Erinnerung an seinen ehemaligen Kollegen hin zu den Schriften, die er über magische Instabilitäten gelesen hatte. Und er hatte viele gelesen.
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Der Anblick seines schwindenden Kollegen hatte ihn in den Monaten danach fast in eine Obsession getrieben. Ein Manuskript nach dem anderen hatte er durchgearbeitet: über den Missbrauch magischer Artefakte, über Instabilitäten, über fahrlässig gewirkte Zauber und all jene Grenzbereiche, in denen ein einziger Fehler genügte, um unwiderruflich verloren zu gehen. Er verspürte damals das dringende Bedürfnis, sich vor jeglicher Gefahr zu schützen und sei es noch so unwahrscheinlich, dass er jemals auf eine solche treffen würde.
Sadothus schluckte schwer und fragte: „Weißt du, wodurch die Magische Instabilität ausgelöst wurde?“
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Der Anblick des schwindenden Kollegen hätte Sadothus fast in eine Obsession getrieben.
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„Möglicherweise versucht jemand, das Artefakt im Jada-Schrein auszugraben“, erklärte Tarodastrus.
„Wer?“, schnappte Sadothus. Ein weiterer Kollege, der auf dem Weg ins Schattenreich war? Erneut stiegen die Bilder vor seinen inneren Auge auf, doch er zwang sie nieder. Er konnte Tarodastrus nicht hängen lassen, durfte sich von den Erinnerungen nicht lähmen lassen.
„Das kann ich dir nicht sagen“, antwortete Tarodastrus. „Resogurion hat keinen Zugriff auf seinen Geist.“
Sadothus versuchte sein aufgewühltes Gemüt in den Griff zu bekommen. Sein Freund wollte (und musste vermutlich auch von dem Licht in seinem Inneren getrieben) sich um diese Angelegenheit kümmern, hatte aber nicht das Wissen, das Sadothus sich damals angeeignet hatte. Er konnte Tarodastrus aber kein Allheilmittel nennen. Er musste die Zauber der bestehenden Lage anpassen.
Und obwohl sich alles in ihm sträubte, wusste er, dass er sich nicht drücken durfte. Er musste sich der Situation stellen, wollte er seinem Freund die Unterstützung zukommen lassen, um den dieser ihn bat.
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Sadothus erklärte sich bereit, Tarodastrus zu begleiten.
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Mit fahrigen Händen griff er nach der Kette unter seiner Tunika, an der das Zeitdurchbrechungs-Amulett hing, und erklärte mit bebender Stimme: „Ich komme mit dir.“
Tarodastrus Gesicht drückte minimale Verwunderung aus, damit schien er nicht gerechnet zu haben. „Bist du dir sicher?“, fragte er.
„Nein“, antwortete Sadothus mit einem schiefen Lächeln, „aber das war ich damals auch nicht, als ich mich vor den schwarzen Biladi warf.“
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Sadothus beobachtete, wie Tarodastrus mit einem dankbaren Nicken nun ebenfalls nach seinem Zeitdurchbrechungs-Amulett griff und dieses fest mit der Faust umschloss.
Sadothus tat es ihm nach, kniff die Augen zusammen und konzentrierte sich auf den magischen Knollenpunkt im Südwesten des Silberwindhains. Sogleich stellte sich jenes befreiende Gefühl ein, das er stets empfand, wenn der Boden unter seinen Füßen verschwand.
Vor seinen geschlossenen Augen wirbelten magische Farben in rastloser Bewegung, und ein schmerzhaftes Ziehen in den Ohren kündigte die Reise an. Das unangenehme Gefühl hielt nur wenige Momente an, dann hatte er den Silberwindhain erreicht.
Schwindel, Erbrechen und das heftige Ohrensausen nahm er hin. Es waren lästige Nebenwirkungen, mehr nicht.
Als sich beide von der Reise erholt hatten, erhoben sie sich, sprachen das Zauberwort „Vighatana!“ und rannten, so gut es ihr geschwächter Zustand zuließ, in Richtung Jada-Schrein.
Kaum waren sie einige Schritte gelaufen, erkannten Sadothus, ein Flirren in der Luft und je näher sie dem Jada-Schrein kamen, desto stärker wurde es.
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Er spürte ein nervöses Kribbeln im Nacken und wusste, dass er eine Grenze überschritt. Eine unsichtbare Schwelle in eine Zone, aus der jeder Instinkt ihn fortziehen wollte. Sein Herz begann zu hämmern, sein Verstand schrie: Lauf weg! Doch er zwang seine Beine, sich weiterzubewegen.
Tu es für Tarodastrus, sagte er sich immer wieder. Er braucht dich.
Mit größter Willensanstrengung hielt er mit Tarodastrus Schritt, versuchte, nicht zurückzufallen. Wenn du zurückfällst, kannst du stehen bleiben, flackerte es in ihm auf. Doch gleichzeitig feuerte er sich an: Lauf, Sadothus! Bleib an seiner Seite! Lass ihn nicht allein!
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Sadothus musste alle Energie aufbringen, um Tarodastrus zu folgen.
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Er war so sehr mit seinem inneren Kampf beschäftigt, dass er für andere Empfindungen, die auf ihn eindrängten, kaum empfänglich war.
Plötzlich bemerkte er, wie sein innerer Kampf Unterstützung erhielt. Die bedrohlichen Bilder traten in den Hintergrund. Sein Wille, Tarodastrus beizustehen wurde stärker. Die Angst blieb zwar, doch sie verlor einen Teil ihrer lähmenden Schärfe. Zudem glaubte er eine Präsenz zu spüren, die er seit Jahren nicht mehr wahrgenommen hatte.
„Resogurion?“, fragte er verwundert.
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Sadothus bemerkte, dass Resogurion ihn geistig unterstützte.
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Tarodastrus bat mich, deinen Geist gegen den Einfluss von außen zu schützen, antwortete das Geisterwesen ruhig. Dabei erkannte ich deine Unterstützungsbereitschaft für Tarodastrus, aber sie wurde von Erinnerungen überlagert.
„Danke“, entgegnete Sadothus leise und nahm mit Erleichterung wahr, dass seine Beine ihren Widerstand aufgegeben hatten und ihn nun bereitwillig seinem Ziel entgegentrugen.
Als die Lichtung in Sichtweite erschien, bemerkte Sadothus plötzlich zwei grüne Gestalten.
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Waldgeister!, schoss es ihm durch den Kopf und im ersten Moment drängten sich die furchtbaren Gerüchte um diese Wesen in sein Bewusstsein. Doch dann erinnerte er sich an das klärende Gespräch mit Tarodastrus darüber.
Auch zeigte sein Freund keinerlei Bedenken, an diesen vorbei weiter zur Lichtung zu stürmen. Daher folgte Sadothus ihm ohne zu zögern und registrierte, dass die beiden Waldgeister keinen Angriff auf sie starteten.
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Sie erreichten die Lichtung − und Sadothus sah ihn: einen jungen Vykati. Blondes Haar fiel ihm ins Gesicht, während er sich über eine aufgewühlte Stelle im Boden beugte. Murkhus!
Dieser junge, von Ehrgeiz zerfressene magische Archäologe genoss keinen guten Ruf unter seinen Kollegen. Allerdings hatte man sich darauf geeinigt, seinen größten Fehler während seiner Ausbildung nach außen hin zu verschweigen, um ihm einen späteren Erfolg zu ermöglichen.
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Sadothus erkannte den jungen Vykati als einer, der schon in der Jugend durch Selbstüberschätzung aufgefallen war.
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„Den werden wir nicht mit Argumenten stoppen können!“, rief Sadothus keuchend, vom Rennen außer Atem. „Hier hilft nur ein brutales Mittel. Aber unternimm nichts − ich mach das schon.“
Doch zuvor musste er ruhiger werden. Er hatte gelesen, dass in einer magischen Instabilität hektische Zauber oft ungeahnte Folgen haben. Es war wichtig, ausgeglichen zu sein, damit die Zauber sich seine Bahn durch die Unbeständigkeit suchen konnten.
Somit holte er ein paar mal tief Atem, bis er spürte, dass sein Herz etwas ruhiger schlug, wandte sich dann dem jungen Vykati zu, streckte die Hand in seine Richtung und sprach mit leiser, aber unnachgiebiger Stimme: „Gurut vakasana!“
Augenblicklich setzte der Gravitationszauber ein und zwang den jungen Vykati zu Boden. Er blieb auf dem Bauch liegen und konnte sich kaum noch bewegen. Doch nun begann er panisch zu schreien: „Nein! Nein! Ich will da nicht runter! Nein!“
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Sadothus hatte den Vykati mit einem starken Gravitationszauber an den Boden gefesselt.
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Tarodastrus blickte Sadothus mit einer hoch erhobenen Augenbraue fragend an.
„Ihm fehlt nichts“, erklärte dieser ruhig. „Ich habe einen starken Gravitationszauber verwendet, der ihn an den Boden fesselt. Seine Panik muss mit diesen merkwürdigen Schwingungen hier zusammenhängen.“
Er fühlte eine seltsame Unruhe in sich, widersprüchliche Gefühle, die ihn verwirrten. Einerseits fühlte er totale Harmonie, andererseits tiefstes Entsetzen. Gleichzeitig spürte er aber auch Resogurions ausgleichende Anwesenheit, die ihn beruhigte.
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Er suchte die Umgebung nach der Ursache dieser seltsamen Schwingungen ab, konnte aber nichts entdecken. Was löste diese merkwürdigen, gegensätzlichen Gefühle aus?
Inzwischen hatte Murkhus begonnen, hemmungslos zu weinen. Sadothus blickte ihn verwundert an.
Da erklärte Tarodastrus in seiner ruhigen Art: „Sternenblumen. Ihre Wirkung hat sich verstärkt.“
Sadothus Blick schnellte zu seinem Freund. Er glaubte, sich verhört zu haben. Sternenblumen? Märchengewächse? Wie kam Tarodastrus ausgerechnet jetzt auf diesen Schwachsinn? Wurde er auch von diesen Schwingungen beeinflusst?
„Es gibt sie tatsächlich“, fuhr sein Freund jedoch weiterhin ausgeglichen fort. „Sie wachsen auf der anderen Seite der Jada-Eichen. Du spürst ihre halluzinogene Wirkung.“
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Sadothus glaubte, dass Tarodastrus auch unter den seltsamen Schwingungen litt, als dieser von den Sternenblumen erzählte.
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Tarodastrus' Perspektive
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Aus der Sicht der Waldgeistfrau
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Aus der Sicht des jungen Vykati
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Sadothus' Perspektive
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Aus der Sicht des Waldgeistmannes
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